Stern von Algier
Profil
Synopse
STERN VON ALGIER zeichnet das Porträt einer algerischen Gesellschaft, die von vielen Fragen nach „kultureller Identität“ zerrissen und in viele Lager gespalten ist: Zwischen der Sehnsucht nach einem „Kultur- /Werte-Westen“ und einer Radikalisierung von „Traditionsverständnis“ im Geiste eines fundamentalistischen, machtopportunen Zerrbilds von „Islam“.
Wie überlebt und reüssiert ein junger Musiker, der ebenso die Popmusik des so genannten „Westens“ zum Vorbild hat wie auch das Zeug dazu, entrechteten Minderheiten wie den Kabylen eine Stimme zu geben? Der neue „Stern von Algier“, das ist er, davon ist er überzeugt, er, der Erbe von Rock und dem Gesang seiner Heimat, der Kabylei. Die globale Welt der Clips und der Werbung treffen auf einen durch Fundamentalisten vereinnahmten Islam.
Als islamistische Milizen zunehmend das Regime übernehmen, jeder Freiheit in Leben und Kultur den Krieg erklären und aus den Clubs, wo ihn kosmopolitischer Glamour umgab, Oligarchen-Spelunken geworden sind, bleibt zunächst noch eine Hoffnung: „Französisches Konsulat. 11 Uhr 15, endlich vor dem Schalter …“ Frankreich allerdings verschärft die Voraussetzungen für die Vergabe von Visa immer weiter. Immer wieder ist eine neue Bedingung nicht erfüllt: „Tut mir leid, neues Gesetz, wir brauchen ein Telex für eine Zimmerreservation eines Hotels in Paris. Der Nächste bitte.“
Moussa wollte doch „eine neue Musik zwischen Algerien und dem Planeten schaffen, die eins sein wird mit allem“. „Das Universale ist das Lokale ohne Mauern“ – hatte nicht ein guter Freund mit diesen Worten Platon zitiert?
Vor Ort grassieren nun Armut, Elend und „Zombretto-Islamismus“.
Moussa begeht ein Verbrechen – und wird im Gefängnis endlich zum Star: indem er gegen all das predigt, wofür er gekämpft hat.
