Mohammed Khaïr-Eddine
Geboren in Tafraout/Marokko 1941 lebte Mohammed Khaïr-Eddine von 1965 bis 1979 in Paris. 1995 verstarb er in Rabbat/Marokko. 1973 erschien LE DÉTERREUR bei den Éditions du Seuil.
Seine Werke sind flammende, ebenso surreale wie präzise Anklagen eines kolonialistischen Europa – getragen von Erzähler-Figuren, die jene Bilder „des Wilden“ und „Kannibalen“ polemisch und obsessiv am eigenen Leibe durchexerzieren: Der Erzähler in DER AUSGRÄBER hat in den Kohleminen Frankreichs geschuftet, gräbt sich Höhlen in den Schutthalden der Welt und verbindet mit Tunnelsystemen die Szenerien seinens Anti-Kosmos: Zwischen buchstäblichem Leichenschmaus, Leben in den Arbeiter-Slums/-Banlieues und (alb-)traumhaftem Zoobesuch entsteht ein „Weltbild“, das allen „Völkerschauen“ und Exotismus-Vorlieben des „Abendlandes“ endlich das Wasser abgräbt.
