Der Schädel
Profil
Synopse
1846 wird Mahambet, der 1830 gegen die russischen Kolonisatoren und den kollaborierenden Khan zum Widerstand aufrief, von gedungenen Mördern erschlagen. Mehr als hundert Jahre später rekonstruiert der Anthropologe Noel dessen Gesichtszüge mithilfe der forensischen Gesichts¬rekonstruktion, die sein russischer Mentor Michail Gerassimov (das Vorbild für die Romanfigur lebte von 1907-1970) entwickelt hat: Er will das wahrhaftige Bild dieses Menschen – ein „Wahrzeichen“ für die Unabhängigkeit Kasachstans von Russland und der Sowjetunion – „auferstehen“ lassen. Stattdessen wandert der Schädel in den Büros der Ministerien von Schublade zu Schublade: Er ist irrelevant für die offizielle Helden-Geschichtsschreibung. Enttäuscht verlässt der Anthropologe das Land und geht mit seinem russischen Mentor auf eine Forschungsreise nach Arizona, wo sie mit indigenen Communities kooperieren und: graben.
Als das unabhängige Kasachstan sich auf seine Historie besinnt und ein Denkmal für den legendären Dichter errichten will, erinnert man sich des Schädels. Doch dieser ist verschwunden. Nun beginnt eine wilde Jagd, denn der Kopf ist plötzlich eine Million Dollar wert. Sogar Shopping-Touren in den Metropolen der „westlichen Welt“ werden abrupt beendet, um bei dieser besonderen Jagd mit von der Partie zu sein.
Rakhymzhan Otarbayev schrieb anhand authentischer Ereignisse eine bitterböse Groteske, in der er mit den Zuständen in seiner Heimat hart ins Gericht geht. »Der Schädel« ist der erste Gegenwartsroman, der aus dem Kasachischen ins Deutsche übertragen wurde.
