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Mavka

Profil

Autorin Iryna Serebriakova
Übersetzer Karl Branski
Damen 3
Herren 0
Bereich Sprechtheater
Genre Schauspiel

Synopse

„Wir wollen einfach nur, dass jemand weiß, dass wir existieren.“

MAVKA erzählt in fragmentarischen, sich überlagernden Stimmen vom Leben unter russischer Besatzung in der Ukraine. Im Zentrum steht eine kollektive Figur: Mavka – benannt nach den Waldgeistern der ukrainischen Mythologie, die Eindringlinge in die Irre führen und ihr Territorium verteidigen. Diese mythologische Figur wird hier zur Chiffre für weiblichen Widerstand.

Die Protagonistin spaltet sich in mehrere „Avatare“, um unter den Bedingungen von Überwachung und Repression handeln zu können. In episodischen Szenen verdichtet sich ein Alltag aus willkürlichen Kontrollen, digitaler Durchleuchtung, ökonomischem Zwang und permanenter Bedrohung. Gleichzeitig organisiert sich ein anonymes Netzwerk von Aktivistinnen, das mit kleinen, symbolischen Aktionen sichtbar macht, dass die Besatzung nicht akzeptiert wird.

Der Text verschränkt dokumentarische Berichte mit Märchenelementen – etwa der Erzählung vom Kolobok – und erzeugt so eine eigene poetische Realität, in der sich Gewalt, Propaganda und Überlebensstrategien spiegeln. Die Figur der Mavka erhält dabei eine doppelte Bedeutung: als dämonisierte „böse“ Gestalt in fremder Zuschreibung und als selbstbewusste Verteidigerin des eigenen Lebensraums.

So entsteht das vielstimmige Porträt einer Gesellschaft im Ausnahmezustand, in dem Identität, Widerstand und Hoffnung unter extremen Bedingungen neu verhandelt werden.