Iryna Serebriakova ist eine ukrainische Drehbuchautorin, Dramatikerin, Schriftstellerin und Übersetzerin. Ihre Theaterstücke wurden in Timișoara, Kyiv, Stockholm, Oslo, Helsinki, Neu Delhi, Berlin und Köln aufgeführt. 30 Belletristik und Sachbücher sind in ihren Übersetzungen aus dem Französischen und Englischen ins Ukrainische und Russische veröffentlicht worden.
Marta Barceló ist eine katalanische Autorin und Dramatikerin, die zu den markanten Stimmen des zeitgenössischen spanisch-katalanischen Theaters zählt. Sie arbeitet sowohl als Theaterautorin als auch als Dramaturgin und Übersetzerin und ist eng mit der freien Theaterszene Kataloniens verbunden.
In ihrem Werk verhandelt Barceló Fragen von Identität, Erinnerung, Macht und zwischenmenschlichen Abhängigkeiten, häufig vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Umbrüche. Ihre Stücke zeichnen sich durch eine klare dramaturgische Struktur, präzise Dialoge und eine hohe emotionale Verdichtung aus. Mit ihrem reduzierten, zugleich poetisch aufgeladenen Stil steht sie für ein modernes Gegenwartstheater, das politische und private Konflikte konsequent miteinander verschränkt.
Björn Hayer, geboren 1987 in Mannheim, arbeitet als Privatdozent für Literaturwissenschaft an der Universität Koblenz-Landau und ist darüber hinaus als Essayist sowie Literatur- und Theaterkritiker tätig. Er schreibt u.a. für die Frankfurter Rundschau, Der Freitag, Zeit Online, NZZ a. S., Die Presse, Cicero, Berliner Zeitung und ist ebenso regelmäßig auf den Sendern DLF Kultur und WDR 5 zu hören. Nachdem er mit einer Arbeit über die digitalen Medien in der Gegenwartsliteratur promoviert wurde, habilitierte er sich mit einer Studie zu utopischen Implikationen in der Lyrik von Friedrich Hölderlin, Rainer Maria Rilke, Paul Celan und deutschsprachigen Gegenwartsdichter*innen. Im Literaturverlag Droschl erschien sein Essay „Seid utopisch!“, bei Konkursbuch „Elegie für dich – Ein Fragment“, „Verschwörung einer Landschaft – Gedichte“ im Quintus-Verlag und „Verzeichnis der verschwindenden Pfade“ im Limbus-Verlag (Erscheinungsjahr dieser Werke: 2022). Über „Elegie für dich“ schreibt die Wiener Zeitung: „Es braucht Mut, um ein Buch wie dieses zu schreiben: Björn Hayer legt mit „Elegie für dich“ eine poetische Durchdringung des Abschieds vor. Die symbiotische Beziehung zu Emilia, ebenfalls eine Schreibende, ist zu Ende. Mit ganzer Verve wendet sich diese Klage dem Schmerz zu. Doch das Requiem auf die Verstorbene erstarrt nicht in wehmütigen Gesten, sondern schöpft aus dem Verlust eine Kraft überbordender Erinnerung und reflektierender Biografiearbeit. Der Sog, der dabei entsteht, ermuntert dazu, Abschieden nachzuspüren. Als würde dieses exemplarische Adieu allen anderen zurufen: Versteckt euch nicht in der Banalität eures Alltags! “
Oleg Jurjew wurde 1959 in Leningrad geboren und starb 2018 in Frankfurt am Main. Sein erster Lyrikband „Gedichte über den himmlischen Schatz“ erschien 1989. 1991 übersiedelte Oleg Jurjew mit seiner Familie nach Deutschland. Theaterstücke wie „Kleiner Pogrom am Bahnhofsbuffet“ wurden ins Deutsche übersetzt und auf die Bühnen gebracht. Schrieb Jurjew in russischer Sprache inspirierte seine Poetologie Autorinnen/Übersetzerinnen wie die Büchner-Preisträgerin Elke Erb. Im Laufe der Zeit begann Jurjew selbst russische Texte ins Deutsche zu übersetzen und auch eigene Texte in deutscher Sprache zu publizieren. Bei Suhrkamp erschienen ab 2002 Romane wie „Spaziergänge unter dem Hohlmond“, „Der neue Golem oder Der Krieg der Kinder und Greise“ oder „Die russische Fracht“. Zu den gemeinsam mit Olga Martynova verfassten Werken gehört neben „Bad Soden vorher und nachher: 2014“ auch „Zwanzig Facetten der russischen Natur“.
Daniel Jurjew, geboren 1988 in Leningrad, kam 1991 nach Deutschland. 2013 gewann das Buch „Die Manon Lescaut von Turdej“ von Wsewolod Petrow in seiner Übersetzung den Hotlist-Preis. Bei Matthes & Seitz ist jüngst (2022) seine Übersetzung einer Auswahl der Gedichte von Jelena Schwarz erschienen („Buch auf der Fensterbank“).
Olga Martynova wurde 1962 bei Krasnojarsk in Sibirien geboren. In Leningrad aufgewachsen studierte sie russische Sprache und Literatur. 1991 zog sie nach Deutschland. Sie schreibt sowohl in russischer als auch in deutscher Sprache und erweist sich sowohl als Herausgeberin, Übersetzerin und Autorin immer wieder als Expertin u. a. für inoffizielle literarische Öffentlichkeiten zur Zeit der Sowjetunion.
2010 erschien ihr Romandebüt „Sogar Papageien überleben uns“ (Droschl) und schaffte es auf Anhieb auf die Longlist des Deutschen Buchpreises. Auf den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis (2011) folgte 2012 der Gewinn des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs mit einem Auszug aus ihrem Roman „Mörikes Schlüsselbein“ (Droschl). Ihr dritter Roman „Engelherd“ erschien 2016 bei S. Fischer, 2018 ihr Essayband „Über die Dummheit der Stunde“ ebendort.
2015 erhielt Olga Martynova den Berliner Literaturpreis und hatte die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der FU Berlin inne.
2025 erhielt Martynova mit dem Peter-Huchel-Preis die wichtigste Auszeichnung für deutschsprachige Dichtkunst.
Christopher Demos-Brown ist ein US-amerikanischer Dramatiker, der mit seinen Arbeiten zu den prägnanten Stimmen des zeitgenössischen amerikanischen Theaters zählt. Er studierte Dramatisches Schreiben an der Yale School of Drama und arbeitet als Autor für Theater, Film und Fernsehen.
Internationale Aufmerksamkeit erlangte Demos-Brown mit dem Theaterstück American Son, das sich eindringlich mit Rassismus, Polizeigewalt und familiären Dynamiken in den USA auseinandersetzt und auch am Broadway gezeigt wurde. Sein Werk zeichnet sich durch dichte Dialoge, hohe emotionale Spannung und eine klare politische Haltung aus. Demos-Brown verbindet persönliche Konflikte mit gesellschaftlicher Analyse und steht für ein Gegenwartstheater, das aktuelle Debatten präzise, zugänglich und mit großer dramaturgischer Wirkung verhandelt.